Wenn aus einer Idee Selbstvertrauen wird: Das Siegerteam von The Schools Challenge reiste nach Paris
In Paris standen sie plötzlich auf einer Bühne, präsentierten ihre Idee vor neuem Publikum und trainierten mit Freiwilligen von J.P. Morgan, wie man frei spricht und andere überzeugt. Für das Siegerteam von The Schools Challenge Frankfurt war die Reise in die französische Hauptstadt der Höhepunkt eines Projekts, das mit einer ganz anderen Szene begann: einem abendlichen Heimweg durch Frankfurt – und dem Gefühl, im Dunkeln nicht immer sicher zu sein.
Genau aus dieser Alltagserfahrung wurde eine Geschäftsidee. Die Schülerinnen aus der Frankfurter Ludwig-Börne-Schule entwickelten eine solarbetriebene Sicherheitslampe, die in Gefahrensituationen Hilfe erkennen, Alarm auslösen und eine Verbindung zur Polizei herstellen kann. Die Idee entstand nicht am Schreibtisch, sondern aus den eigenen Erfahrungen der Schülerinnen. „Wir haben zusammen überlegt, was uns im Alltag in Frankfurt stört und wovor wir manchmal Angst haben“, erzählt Ecrin. Besonders abends, wenn es dunkel ist, fühlten sich viele draußen unsicher. Daraus entwickelte das Team das Konzept einer intelligenten Lampe: Sie soll über Solarenergie betrieben werden, zusätzlich über eine Batterie verfügen, Bewegungen erkennen und Hilferufe aus größerer Entfernung wahrnehmen können. Die Lampen könnten in regelmäßigen Abständen angebracht werden und so an bestimmten Orten für mehr Sicherheit sorgen.
Genau darum geht es bei The Schools Challenge: Jugendliche setzen sich mit echten Herausforderungen in ihrer Stadt auseinander und entwickeln eigene Lösungsansätze. Über mehrere Monate arbeiten sie im Team an einer Idee, lernen Grundlagen unternehmerischen Denkens kennen, entwickeln Prototypen und bereiten ihre Präsentation vor. Begleitet werden sie dabei von Mentorinnen und Mentoren von J.P. Morgan. Am Ende steht der Pitch vor einer Jury. Für das Siegerteam gab es in diesem Jahr wieder ein besonderes Highlight: eine Reise nach Paris. Dort präsentierten die Schülerinnen ihre Idee erneut, hatten ein Training mit Freiwilligen von dem Finanzdienstleister und lernten, wie man freispricht und andere von seiner Idee überzeugt. Nach einer Office Tour hatten die Schülerinnen auch noch die Chance, die Stadt kennenzulernen und sich einen Überblick über die Metropole zu verschaffen.
Lernen, streiten, weitermachen: Was das Team aus dem Projekt mitnimmt
Beim Winning Trip haben wir mit den Schülerinnen über ihre Erfahrungen gesprochen. Schnell wird klar: Für viele war der Sieg wichtig. Noch wichtiger war aber, was auf dem Weg dorthin passiert ist. Sabina beschreibt es so: „Ich habe gelernt: Wenn man im Leben etwas erreichen möchte, muss man auch etwas dafür tun.“ Für sie war das Projekt ein Beweis dafür, dass sich Einsatz lohnen kann. Erst die gemeinsame Arbeit, dann die Präsentation, der Sieg und schließlich die Reise nach Paris – all das habe gezeigt, dass aus einer Idee etwas Größeres werden kann.
Auch die Mentorinnen und Mentoren spielten dabei eine wichtige Rolle. Besonders in Erinnerung geblieben ist Sabina, dass man keine Angst vor Präsentationen haben sollte. Ein Satz, der einfach klingt, aber für viele Jugendliche ein großer Schritt ist: vor anderen sprechen, die eigene Idee erklären, sicherer werden.
Für Aisha war das größte Erfolgserlebnis der gemeinsame Sieg. „Nach Paris zu reisen, war ein großer Traum von mir“, sagt sie. Besonders wichtig war ihr aber, dass sie diesen Moment nicht allein erlebt hat, sondern mit ihrem Team. Genau dieses Team musste im Projektverlauf auch lernen, besser zusammenzuarbeiten. „Wir waren vorher schon befreundet, aber während des Projekts haben wir auch viel gestritten“, erzählt sie. Entscheidend sei gewesen, miteinander zu reden, Aufgaben aufzuteilen und die Arbeit der anderen zu akzeptieren. Ihr Fazit: „Reden ist ein wichtiger Teil von Teamarbeit.“ Auch Masuma hebt die Teamarbeit als wichtigste Lernerfahrung hervor. Vor dem Projekt habe sie Aufgaben lieber allein erledigt. Bei The Schools Challenge merkte sie, dass das nicht immer funktioniert. „Die Aufgaben waren so groß, dass eine Person das allein nicht schaffen konnte“, erklärt sie. Im Team bekam jede Person einen eigenen Bereich. Am Ende mussten alle verstehen, was die anderen erarbeitet hatten. Genau dadurch sei ihr klar geworden, wie wichtig Zusammenarbeit ist. Neben Teamarbeit spielte vor allem das Präsentieren eine große Rolle. Aisha würde anderen Schülerinnen und Schülern, die im nächsten Jahr teilnehmen, vor allem eines mitgeben: sich gut vorzubereiten. Nicht nur vom Text ablesen, sondern das eigene Thema wirklich verstehen. „Wenn man weiß, worüber man spricht, bekommt man mehr Selbstbewusstsein“, sagt sie.
Ein Projekt, das mehr zeigt als eine Geschäftsidee
The Schools Challenge Frankfurt ist mehr als ein Ideenwettbewerb. Das Projekt zeigt, wie Jugendliche an ihren Aufgaben wachsen, wenn sie Verantwortung übernehmen dürfen. Sie lernen, Probleme zu erkennen, Lösungen zu entwickeln, Aufgaben zu verteilen und ihre Ideen vor anderen zu vertreten. Die Sicherheitslampe des Siegerteams ist deshalb nicht nur eine Produktidee. Sie steht auch für das, was im Projekt passiert ist: aus Unsicherheit wurde eine konkrete Lösung, aus einzelnen Aufgaben wurde Teamarbeit und aus einer Präsentation wurde neues Selbstvertrauen.
